In Leipzig sind Pappkartons und Behälter mit verschiedenen Gegenständen häufig neben Hauseingängen zu finden. Diese sogenannten Verschenkekisten enthalten alles von Geschirr, Spielzeugen über Bekleidung bis hin zu Elektronik und Büchern. Doch während einige Bürger die Kisten als nachhaltige Initiative schätzen, sehen andere darin einen Beitrag zur Vermüllung des Stadtbildes. Medienberichte aus Juni 2025 thematisieren mögliche Probleme im Zusammenhang mit diesen Verschenkekisten, die seit 2019 von der Stadt Leipzig beobachtet werden. Das Leipziger Internet Zeitung nennt die unterschiedlichen Ansichten der Bürger und erwähnt, dass das Ordnungsamt die Kisten nicht einzeln erfasst, wodurch eine klare Statistik über die 1500 im Jahr 2024 erfassten „Anzeigen mit Abfallbezug“ nicht möglich ist.
Von diesen Anzeigen wurden lediglich 300 von der Bevölkerung, der Polizei oder dem Amt für Umweltschutz gemeldet. Im April 2021 gab es über 1000 Meldungen über den Mängelmelder, wobei die überwiegende Zahl sich auf Müllablagerungen bezog. Um einzugreifen, wurden die „Abfalldetektive“ – oder korrekt „Umweltdetektive“ – ins Leben gerufen, die seit 2021 aktiv sind. Aktuell gibt es drei von ihnen. Ein Antrag der SPD-Fraktion zur Verdopplung der Planstellen wurde jedoch 2024 wieder zurückgezogen.
Herausforderungen und mögliche Bußgelder
Stadträtin Paula Piechotta wendet sich an den Oberbürgermeister, um Informationen zu den möglichen Bußgeldern für die Verschenkekisten zu erhalten. Die Bandbreite dieser Geldstrafen reicht von 5 bis 100.000 Euro, wobei die Maximalhöhe als unrealistisch angesehen wird. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass es keine spezifischen Zahlen zu den Verschenkekisten gibt. Diese könnten jedoch nützlich sein, solange sie regelmäßig betreut und in einem angemessenen Zustand gehalten werden.
Die Stadt Leipzig weist auch auf Alternativen zur Entsorgung gebrauchsfähiger Dinge hin, wie die Stadtreinigung, Sozialkaufhäuser und Tauschläden. Eine dieser Alternativen ist der Umsonstladen Leipzig Ost, der von rund 15 ehrenamtlich aktiven Menschen seit Februar 2020 betrieben wird. Diese Initiative hat das Ziel, Abfall zu vermeiden und ein Bewusstsein für Müllvermeidung zu schaffen. Der Umsonstladen soll ein sozialer Treffpunkt im Leipziger Osten werden und dabei helfen, die Kisten auf eine strukturierte Weise zu betreuen.
Bedarf und Wohltätigkeit
Der Umsonstladen bietet Menschen die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Dinge abzugeben oder selbst Waren mitzunehmen, und ist kostenlos sowie ohne Tauschzwang zugänglich. Der Bedarf an einem solchen Angebot im Stadtteil ist groß. Im Zuge der Corona-Pandemie musste die Verschenkekiste jedoch kurz nach ihrer Eröffnung wieder schließen. Derzeit werden Sachspenden an gemeinnützige Institutionen verteilt und umfassen saisonale Kleidung, Bücher, Spiele und Klein-Elektrogeräte.
Die Initiative hat bereits Pläne zur Gründung eines Vereins geschmiedet und sucht ab Spätsommer 2021 nach neuen Räumlichkeiten. Menschen, die Hinweise zu geeigneten Plätzen haben, können sich direkt an die Initiative wenden. Informationen sowie Neuigkeiten werden regelmäßig auf der Webseite und in den Social-Media-Kanälen der Verschenkekiste veröffentlicht.