Holocaust-Ausstellung macht Station in Leipzig

Holocaust-Ausstellung macht Station in Leipzig

Vom 2. Januar bis 17. März 2023 ist die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses zu sehen. Diese Ausstellung des United States Holocaust Museum wurde durch die Stadt Leipzig in Kooperation mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. organisiert.

Dem Anspruch der Ausstellung entsprechend, insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein tieferes Verständnis für das Verhalten der Bevölkerung während des Holocaust zu ermöglichen, gibt es während der gesamten Zeit (auch in den Winterferien) Angebote für Schulklassen ab Klassenstufe 8 sowie ein begleitendes Rahmenprogramm für interessierte Besucherinnen und Besucher.

Die Ausstellung stellt eine der zentralen Fragen in den Mittelpunkt: Wie konnte es zum Holocaust kommen? Allein mit der Verantwortung von Hitler und anderen führenden Köpfen der NSDAP ist er nicht erklärbar. Im nationalsozialistischen Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich in allen Schichten der Gesellschaft bis hin zur Regierung Formen von Abhängigkeiten, Mittäterschaften und eine Zusammenarbeit, die die NS-Rassenpolitik mit Verfolgung und Massenmord erst möglich machten. Aus diesem Blickwinkel beleuchtet die Ausstellung die Rolle der Bevölkerung im Holocaust, zeigt eine Vielzahl von Motiven und Spannungen auf, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese reichen von Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang bis hin zu Chancen auf materiellen Gewinn. Es werden aber auch Personen gezeigt, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und so daran erinnern, dass es auch in außergewöhnlichen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Pädagogische Angebote und Führungen

In einem 60- oder 90-minütigen pädagogischen Angebot für junge Menschen werden zunächst zentrale Themenfelder der Ausstellung vorgestellt und diskutiert. Daran anschließend kann mit einem Gang an lokale Schauplätze rund um das Neue Rathaus die Verfolgung von Leipziger Jüdinnen und Juden aufgegriffen und Formen der Erinnerungskultur diskutiert werden. Führungen sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 9-16 Uhr möglich.

Der Eintritt zur Ausstellung, die während der Öffnungszeiten des Neuen Rathauses (Montag bis Donnerstag, 7 bis 18 Uhr, Freitag, 7 bis 16 Uhr) besucht werden kann, ist frei.

Anmeldung für Führungen

Für die Führungen mit den Rundgängen bittet die Stadt Leipzig um die vorherige Anmeldung und Buchung über das Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig via E-Mail an schulmuseum@leipzig.de.

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