Bundesregierung beschließt Einrichtung der Nationalen Beobachtungsstelle Biodiversität am Wissenschaftsstandort Leipzig – Stadt Leipzig

Um dem Verlust der Biodiversität wirksam entgegenzuwirken, sind verlässliche Daten zum Zustand und zu Veränderungen von Natur und Landschaft sowie zu wichtigen Einflussfaktoren notwendig. Auf dieser Grundlage können die Ursachen von Veränderungen der Biodiversität gründlicher analysiert und Handlungsoptionen zur Förderung, zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt genauer aufgezeigt werden.

Ziel der Nationalen Beobachtungsstelle für Biodiversität ist es daher, das bundesweite Biodiversitätsmonitoring auszubauen und langfristig zu sichern. Das Biodiversitätsmonitoring verwendet standardisierte, wissenschaftlich fundierte Methoden, um mit Hilfe von Stichproben über einen langen Zeitraum repräsentative Daten zu erheben. In Deutschland gibt es bereits einige etablierte Monitoringprogramme wie das bundesweite Vogelmonitoring. Diese Programme sammeln bereits wertvolle Daten zu bestimmten Artengruppen oder Lebensräumen. Um jedoch den Zustand der Biodiversität beobachten und beurteilen zu können, ist es notwendig, Informationen aus bestehenden Programmen zusammenzuführen und durch neu zu entwickelnde Monitoringprogramme zu ergänzen.

Die nationale Beobachtungsstelle für Biodiversität wird daher die bestehenden Monitoringprogramme koordinieren und ausbauen. Außerdem werden die Daten leichter verfügbar und zugänglich gemacht. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, das Biodiversitätsmonitoring durch Mustererkennung oder künstliche Intelligenz voranzutreiben, um automatisch Arten zu erkennen oder den Zustand von Lebensräumen zu beurteilen. Zu den Aufgaben der Beobachtungsstelle gehört auch die Information der Öffentlichkeit und der an der Beobachtung Beteiligten über die gewonnenen Erkenntnisse.

Die Zentrale der Nationalen Beobachtungsstelle wird beim Bundesamt für Naturschutz in der Außenstelle Leipzig angesiedelt sein. Auf diese Weise kann auf die langjährige Arbeit und Erfahrung des Bundesamtes für Naturschutz im Bereich des Biodiversitätsmonitorings aufgebaut werden. Zur Anschubfinanzierung wurden im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes für Kohleregionen Mittel in Höhe von knapp 73 Millionen Euro beantragt. Künftig werden rund 60 Personen für das Biodiversitätsmonitoring arbeiten. Damit stärkt das neue Zentrum auch den Wissenschaftsstandort im Raum Leipzig-Halle-Jena. Zu den Einrichtungen dort gehören neben den Universitäten das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Darüber hinaus wird die Beobachtungsstelle weitere Forschungseinrichtungen, die Bundesländer sowie ehrenamtliche Fachgesellschaften, Verbände und Mapper eng einbinden. Sie spielen bereits eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Biodiversitätsmonitorings in Deutschland. Die Beobachtungsstelle wird auch eng mit den entsprechenden Institutionen auf europäischer und internationaler Ebene zusammenarbeiten.

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