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Auswirkungen von TikTok-Nutzung auf die Wahlbereitschaft von Jugendlichen: Kommunikationsforscher erklärt Zusammenhang

In einer aktuellen Studie des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig wurde festgestellt, dass Jugendliche, die häufig Soziale Medien wie TikTok nutzen, eher bereit sind, populistische Parteien zu wählen. Laut Kommunikationsforscher Dr. Johannes Gemkow generiert die AfD über 400.000 Impressionen mit einem Video auf TikTok, während die zweitplatzierte Partei, die FDP, nur etwa 50.000 Impressionen erhält. Dies zeigt, dass die AfD früh erkannt hat, welches Potenzial TikTok für ihre politische Ideologie bietet und diesen Raum früh besetzt hat.

Die Studie legt nahe, dass die Nutzung von TikTok und anderen sozialen Medien die Bereitschaft erhöht, populistische Parteien zu wählen, da diese Plattformen es Populisten ermöglichen, mit einfachen Lösungen und drastischen Metaphern Aufmerksamkeit zu erregen. Der Algorithmus dieser Plattformen bevorzugt Inhalte, die Emotionen hervorrufen und Skandalisierung fördern, was dazu führt, dass populistische Inhalte eine größere Reichweite erhalten.

Dr. Gemkow betont die Bedeutung, dass auch andere Parteien und Politiker auf TikTok aktiv werden, um dem Einfluss der Populisten entgegenzuwirken. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sie in der Lage sind, einen ähnlich positiven Effekt zu erzielen. Insgesamt erleichtern Soziale Medien es Populisten, ihre Botschaften an Jugendliche zu vermitteln, indem sie ihre Weltbilder und Selbstbilder ansprechen, was dem demokratischen Diskurs möglicherweise erschwert.

Es ist wichtig, den Einfluss von Sozialen Medien auf politische Entscheidungen und Meinungsbildung zu untersuchen und die Auswirkungen auf die demokratische Gesellschaft zu verstehen. Lokal in Leipzig könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, das Bewusstsein für den Umgang mit politischen Inhalten in sozialen Medien zu schärfen und Jugendliche für die kritische Auseinandersetzung mit populistischen Aussagen zu sensibilisieren.

Eine Tabelle mit Vergleichsinformationen über die Nutzung von Sozialen Medien durch verschiedene politische Parteien und deren Reichweite auf Plattformen wie TikTok könnte hilfreich sein, um den Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und politischen Präferenzen deutlicher darzustellen.

Die Geschichte Leipzigs als wichtiger Standort für politische Bewegungen und Demonstrationen könnte als historischer Kontext hinzugefügt werden, um die Bedeutung des Themas in der Region zu unterstreichen. Dies zeigt, dass politische Aktivität und Meinungsfreiheit schon immer ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Leipzig waren und sind.



Quelle: PHOENIX / ots

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