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Sollten Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 geimpft werden?

Kinder und Corona – es gibt kaum ein Thema, das in den letzten Monaten mehr diskutiert wurde. Sei es die Frage, ob Kinder die Treiber der Pandemie sind oder wie der Alltag in Schulen und Kindertagesstätten weitergehen wird. Es ist jetzt klar, dass Kinder und Jugendliche nicht nur seltener mit dem Coronavirus infiziert sind, sondern dass die meisten von ihnen – im Gegensatz zu Erwachsenen – auch einen leichten bis asymptomatischen Krankheitsverlauf aufweisen. Dies wirft jedoch eine andere Frage zur Diskussion auf: Sollten sie überhaupt gegen Covid-19 geimpft werden?

Ja, sagt Prof. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). „Sowohl im Hinblick auf den individuellen Schutz als auch auf den Katastrophenschutz müssen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren so schnell wie möglich gegen Covid-19 geimpft werden“, sagte er gegenüber dem Science Media Center (SMC).

Weitere Koronainfektionen bei Jugendlichen

Studiendaten aus Israel zum Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer hatten kürzlich vorgeschlagen, dass der Impfstoff geimpfte Menschen nicht nur vor einer schweren Erkrankung mit Covid-19 schützt, sondern sie auch daran hindert, das Virus auf andere zu übertragen. Auf diese Weise könnte langfristig eine Herdenimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden. Wenn Kinder und Jugendliche geimpft würden, könnte dies den Katastrophenschutz stärken.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Virus in Zukunft auch bei kleinen Kindern wirksamer verbreiten kann.

Prof. Johannes G. Liese, Leiter Pädiatrische Infektionskrankheiten und Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg

Darüber hinaus würde eine Impfung individuellen Schutz bieten. Denn selbst wenn das Coronavirus für Kinder und Jugendliche meist weniger gefährlich ist, kann es in einigen Fällen schwere Krankheiten verursachen. Gleichzeitig gibt es zunehmend Beobachtungen, dass der Erreger bei Kindern zu MIS-C (Multisystem Inflammatory Syndrome bei Kindern), einer entzündlichen Erkrankung, führen kann.

Prof. Johannes G. Liese, Leiter Kinderinfektionskrankheiten und Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg, stellt ebenfalls fest, dass die Zahl der Koronainfektionen, insbesondere bei jungen Menschen, aber auch bei Schulkindern, in den letzten Monaten zugenommen hat. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Virus in Zukunft auch in der Gruppe der kleinen Kinder effektiver verbreiten kann“, sagte er gegenüber SMC.

Drosten erwartet ab Herbst Impfstoffzulassungen

Es ist jedoch nicht bekannt, wann die ersten Kinderimpfstoffe verfügbar sein werden. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité geht davon aus, dass die entsprechenden Zulassungen erst ab Herbst zu erwarten sind – sofern die Impfstoffe die klinischen Studien erfolgreich bestehen. „Es wird sicherlich eine separate Debatte zu diesem Thema geben, wenn Kinder geimpft werden sollen“, sagte er Anfang Februar in seinem NDR-Podcast voraus.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Impfstoffe für Kinder und Jugendliche noch nicht verfügbar sind. Schließlich müssen die Impfstoffe zunächst klinische Studien mit den jeweiligen Altersgruppen durchlaufen. Diese sind besonderen Herausforderungen ausgesetzt, weiß DGKJ-Präsident Dötsch. Der Grund dafür ist, dass „bei jeder klinischen Untersuchung möglicherweise die körperliche Unversehrtheit von Personen beeinträchtigt wird, die den Umfang dieser Untersuchung nicht erkennen können“.

„In dieser Hinsicht ist eine besonders strenge Prüfung der ethischen Anforderungen für Kinder und Jugendliche angezeigt, bevor ein Medikament oder ein Impfstoff getestet wird“, sagte der Kinderarzt gegenüber SMC. Die Impfstoffhersteller müssten erklären, dass es keine Alternative zu Tests gibt und wie mit möglichen unerwünschten Ereignissen umgegangen werden kann.

Ärzte sprechen sich gegen die Off-Label-Verwendung aus

Eines der Ziele der klinischen Studien ist es zu klären, wie hoch die Dosis der Impfstoffe sein muss, damit sie bei Kindern und Jugendlichen toleriert und wirksam sind. Nach Ansicht von Folke Brinkmann ist es wichtig, dass die klinische Studie in großen Gruppen von Testpersonen jeden Alters durchgeführt wird. „Es wäre auch wichtig, Kinder mit früheren Krankheiten in die Impfstudien einzubeziehen, zumindest in die Phase-III-Studien, für die die Impfung besonders nützlich ist“, sagte der pädiatrische Lungenarzt der Katholischen Klinik in Bochum gegenüber dem SMC.

Impfstoffhersteller wie Astrazeneca, Biontech und Moderna haben bereits klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen begonnen. Zum Beispiel testet Moderna seinen mRNA-Impfstoff in den USA an jungen Menschen zwischen zwölf und 17 Jahren. Die ersten Ergebnisse sollten im Frühjahr vorliegen und direkt an die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gesendet werden. Der Biontech-Impfstoff wurde bisher für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Eine erste Studie mit dem Impfstoff an Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren begann im Oktober. Studien mit noch jüngeren Menschen sollen folgen. Ein von der EMA genehmigter Kinderimpfstoff müsste auch von der Ständigen Impfkommission bewertet werden.

Alternativ wäre auch eine Off-Label-Verwendung möglich – dh die Verwendung eines Impfstoffs gegen Covid-19 ohne vorherigen klinischen Test. Viele Ärzte lehnen dies jedoch derzeit ab: „Mit jeder neuen Impfung, die eingeführt werden soll, ist und war es notwendig, Studien in der Altersgruppe durchzuführen, für die die Impfung bestimmt ist“, betonte DGKJ-Präsident Dötsch.

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