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„Wir wollen, dass alle im März wieder zur Schule gehen.“

Frau Ernst, Sie wurden während einer großen Bildungskrise Präsident der Konferenz der Bildungsminister. Hätten Sie es vorgezogen, den Job ein weiteres Jahr anzunehmen?

Die Frage sollte nicht ernsthaft gestellt werden. Sie müssen die Dinge so nehmen, wie sie kommen.

Mit einer Resolution ebneten die Bildungsminister den Weg für weitere Schuleröffnungen. Was können Eltern, Kinder und Lehrer erwarten?

In der Ständigen Konferenz sind wir uns einig: Wir möchten, dass alle Schüler im März wieder zur Schule gehen – auch wenn es sich normalerweise zuerst um abwechselnden Unterricht handelt. Einige Bundesländer, in denen die Inzidenzwerte sehr niedrig sind, werden sich auch für den Präsenzunterricht entscheiden.

Haben Sie keine Angst vor Rückschlägen bei den Infektionszahlen, wenn Sie Schulen weiter eröffnen?

Ich bin optimistisch. Jede Woche, in der Schüler zur Schule gehen können, ist mir wichtig. Selbst wenn wir aufgrund der Virusmutation eine andere Situation haben, können wir nicht noch einige Wochen warten. Die Schulschließungen haben dafür einen zu hohen sozialen Preis.

Um Schulen stärker als bisher eröffnen zu können, müssen Sie vor allem testen, testen, testen. Können die Länder das tun?

Mit Abstandsregeln, regelmäßiger Belüftung und mit Masken haben wir bereits die Rahmenbedingungen für den Unterricht sichergestellt. Ziel ist es nun, auch die Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Wir wollen das diesen Monat für die Lehrer und dann so schnell wie möglich auch für die Schüler tun.

Britta Ernst ist Präsidentin der Konferenz der Minister für Bildung und Bildung in Brandenburg. © Quelle: imago images / Metodi Popow

Viele Eltern sehnen sich nach mehr Öffnungen, andere haben Angst. Sie kritisieren, dass eine Situation von mehr als einem Dutzend Haushalten in einem Raum, wie dies bei wechselnden Lektionen der Fall ist, ansonsten als unvernünftig angesehen würde.

Insbesondere die abwechselnden Lektionen ermöglichen es, Abstände sehr gut einzuhalten. Generell haben wir uns als Gesellschaft ein Versprechen gegeben: Wir wollen Kontakte abbauen – auch damit mehr für Kinder und Jugendliche in Schulen möglich ist. Kinder und Jugendliche leiden stark unter der Einschränkung ihrer Kontakte – nicht nur wegen schlechterer Bildungschancen, sondern auch psychisch. Das sollte uns nicht gleichgültig lassen. Mir ist daher klar, dass wir nicht nur Grundschulen eröffnen müssen, sondern zumindest auch zu weiterführenden Schulen wechseln müssen.

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Die Koronakrise ist mehr als ein Jahr alt. Wie ist es möglich, dass die Bildungsminister noch keinen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan haben, in dem klar festgelegt ist, auf welcher Inzidenzstufe was geschehen soll?

Es gibt keinen Schritt-für-Schritt-Plan mit starren Inzidenzwerten, da dies keinen Sinn ergibt. Wenn wir vor ein paar Monaten einen solchen Plan gebunden hätten, hätten wir ihn zwischendurch mehrmals über Bord werfen müssen. Sie können das jetzt sehen: Aufgrund der Mutation beurteilen wir die Situation anders als zuvor. Es geht nie nur um Inzidenz, sondern zum Beispiel auch um Intensivpflegekapazitäten. Selbst bei vielen geimpften Personen können die Inzidenzen erneut unterschiedlich bewertet werden.

Der digitale Pakt sollte im Jahr 2020 nie fünf Milliarden Euro in Deutschland ausgeben, sondern gilt bis 2024.

Britta Ernst (SPD) Präsidentin der Konferenz der Bildungsminister

Sind Eltern, Lehrer und Schüler nicht ratlos, wenn es in einer Stadt abwechselnde Klassen und in einer anderen Stadt in einem Bundesstaat Präsenzklassen gibt – mit denselben Inzidenzwerten?

Die Unterschiede sind überschaubar. In der Vergangenheit hatten sie manchmal etwas mit unterschiedlichen Urlaubsterminen zu tun. Unterschiede in den Inzidenzen werden auch in den kommenden Wochen eine Rolle spielen. Zugegeben, manchmal haben Unterschiede natürlich etwas mit der politischen Konstellation im einzelnen Land zu tun.

Die Milliarden aus dem digitalen Pakt für Schulen fließen immer noch langsam. Die Bundesregierung sagt, es gibt keine Hürden mehr von ihrer Seite. Umgekehrt heißt das: Es liegt an den Bundesländern und den Schulbehörden.

Der digitale Pakt sollte im Jahr 2020 nie fünf Milliarden Euro in Deutschland ausgeben, sondern gilt bis 2024. Wir haben den digitalen Pakt beispielsweise durch das Zusatzprogramm für Endgeräte für Schulkinder aus armen Familien ergänzt. Das Geld floss schnell.

Machen Sie Fortschritte mit den wirklich großen Geldsummen aus dem eigentlichen digitalen Pakt in diesem Schuljahr?

Ich bin sicher, dass wir im kommenden Jahr in vielen Bundesländern eine bessere Ausrüstung haben werden, auch dank des digitalen Pakts. Auch die Bundesländer selbst und die Schulbehörden bemühen sich. Viel bewegt sich.

Muss ein digitaler Pakt II nicht schon geplant werden?

Wir brauchen einen digitalen Pakt II, der langfristig ausgelegt sein muss. Die laufenden Investitionen, um unsere Schulen im Hinblick auf die Digitalisierung dauerhaft auf dem neuesten Stand zu halten, können nicht allein von den Bundesländern und Gemeinden getätigt werden. Die Bundesregierung muss sich weiterhin engagieren – und das in erheblichem Maße.

Nehmen die Schulen etwas Positives für die Zukunft aus der Corona-Krise mit, jenseits des technischen Fortschritts, der hoffentlich bald stattfinden wird – oder war alles nur schlecht?

Die Lehrer lernten unglaublich viel, indem sie die Distanz organisierten und den Unterricht wechselten. Dies gilt sowohl für das technische Wissen als auch für die Fähigkeit, Schüler in schwierigen Situationen zu motivieren. Ich bin mir auch sicher, dass wir in Zukunft darauf vertrauen werden, dass die Schulkinder mehr persönliche Verantwortung für das Lernen tragen als vor der Krise. In den kommenden Jahren wird es nicht nur um Verbesserungen bei digitalen Geräten gehen, sondern auch darum, die Digitalisierung für einen guten Unterricht zu nutzen.

Ich bin sicher, dass mehr Schüler den Unterricht wiederholen werden als gewöhnlich.

Britta Ernst (SPD) Präsidentin der Konferenz der Bildungsminister

Viele Unterrichtsstunden wurden im laufenden Schuljahr abgesagt. Wäre es nicht fair, klar zu sagen: „Dieses Jahr muss sich niemand setzen“?

Wenn eine ganze Lerngruppe zurückbleibt, ist es nicht sinnvoll, dass sich alle hinsetzen. Wenn ein Schüler in vielen Fächern den Kontakt zur Gruppe verloren hat, ist es sinnvoll, sitzen zu bleiben. Es sollte mehr Spielraum geben, um nicht freiwillig in die nächste Klasse zu gehen. Ich bin sicher, dass mehr Schüler den Unterricht wiederholen werden als gewöhnlich.

Müssen das Abitur und andere Abschlussprüfungen dieses Jahr nicht entgiftet werden, weil weniger regelmäßige Kurse stattgefunden haben?

Das Niveau des Abitur ist nicht betroffen. Es sollten jedoch mehr Aufgaben für die Schüler zur Auswahl stehen, da die Unterrichtssituation manchmal sehr unterschiedlich war. Ich gehe davon aus, dass das Abitur bundesweit mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen stattfinden wird. In den Auditorien und Sporthallen können die Distanz- und Hygieneregeln bei Hauptprüfungen sehr gut eingehalten werden. Es gibt kein billiges Abitur.

Wie bleiben Sie während der Krise mit Lehrern, Schülern und Eltern in Kontakt?

Ich stehe durch Video-Switching in regelmäßigem Kontakt mit den Vertretern der Schüler und Eltern sowie mit den Lehrergewerkschaften. In einem Jugendclub suchte ich nach einem virtuellen Gespräch mit den Jugendlichen. Die Frustration über die reduzierten Kontakte und die Angst vor mangelnden Perspektiven im Training sind groß. Dies zieht einige so stark nach unten, dass es für sie schwierig ist, aufzustehen und einen normalen Tagesablauf zu beginnen.

Wartet die große Lehrlingskrise auf Schulabgänger?

Wir sind sehr besorgt über die Situation in Bezug auf die Lehrlingsausbildung. Die berufliche Orientierung konnte nicht wie gewohnt erfolgen, viele Unternehmen zögern, neue Ausbildungsverträge zu unterzeichnen. Ich appelliere an Unternehmen: Trainieren! Andernfalls wird es nach der Krise an Fachkräften mangeln.

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