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Entspannung ohne Sicherheitsgefühl

Berlin. Es klingt paradox: Der Staat hat die Pandemie nicht unter Kontrolle, die Zahl der Fälle nimmt zu, das mutierte Virus breitet sich aus, es fehlen Schnelltests und Impfungen – und Deutschland lockert die Sperrung. Bund und Länder haben endlich eine Eröffnungsstrategie ausgearbeitet, die aber nicht logisch erscheint. In jedem Fall widerspricht es der bisherigen Koronapolitik in wichtigen Punkten. Der Kanzler lässt los. Und damit laufen Sie ein hohes Risiko.

Sie werden an grelle Fehler aus dem Spätsommer erinnert. Kinder und Jugendliche kehrten in die Schule zurück, obwohl viele Gebäude noch keine Lüftungssysteme hatten. Und der Betrieb wurde fortgesetzt, ohne dass die Digitalisierung effektiv vorangetrieben und die schwächsten mitgenommen wurden.

Es ist jetzt geplant, die Kontaktbeschränkungen zu lockern und Geschäfte, Museen und Zoos zu eröffnen, ohne dass viele Menschen geimpft werden oder Schnelltests in Hülle und Fülle durchgeführt werden.

Deutschland ist bei der Impfung bis auf die Knochen verlegen

Deutschland hat sich mit seiner Impfstrategie bis auf die Knochen geschämt. Zunächst zu wenige Impfstoffdosen, viel zu komplizierte Impftermine für alte Menschen, permanent besetzte Hotlines und Astrazeneca-Impfstoff als Faulenzer. Darüber hinaus leere Versprechen über Schnelltests und Selbsttests.

Es sollte jetzt einen kostenlosen Schnelltest pro Woche für Schüler, Lehrer und Mitarbeiter geben. Einer. Soll das Sicherheit geben?

Es ist kaum zu glauben, dass ein Land wie Deutschland vor Monaten nicht genug von diesen Tests produziert hat. Im Allgemeinen hat man den Eindruck, dass in diesem Zustand etwas nicht stimmt: zu langsam, zu bürokratisch, zu müde. Es hat nichts mit Corona zu tun. Die Pandemie setzt hier nur eine Lupe auf.

Auch Merkel wurde bei dieser Pandemie beschädigt. Vor einem Jahr konnte sie die Nation mit einem einzigen Satz in einer Fernsehadresse zusammenhalten: „Nimm es ernst.“ Auf der Premierminister-Konferenz vor drei Wochen hat sie ihr Credo verschärft, den 7-Tage-Inzidenzwert von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf 35 zu senken.

Notbremse: dritte Verriegelung

Sie begründete diese Werte immer damit, dass die Gesundheitsbehörden sonst die Kontakte der Infizierten nicht verstehen und somit die nächsten Infektionen nicht verhindern könnten. Jetzt konnte sie sogar Freunde mit einem Inzidenzwert von 100 in den Verhandlungen finden, so dass Geschäfte, Museen oder Zoos Termine eröffnen und viel Platz für einzelne Besucher bieten können.

In Bundesländern, Landkreisen und Gemeinden wird die Not, die durch die Schließung von Schulen, Geschäften, Kulturstätten und Sportanlagen verursacht wird, seit langem als größer eingestuft als die Not der Gesundheitsbehörden bei der Verfolgung von Kontakten oder Kliniken im Kampf um das Überleben und die Rehabilitation der Korona Patienten.

Video

Im Video: Merkel gibt Inzidenzwerten nach – „Sie hat ein bisschen Autorität verloren“

Inzidenzwerte und Co .: Im Videointerview klassifiziert Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin des RND-Hauptstadtbüros, die Ergebnisse des Corona-Gipfels. © RND

Vielen Bürgern geht es genauso. Mit Ausnahme derjenigen, die Corona erhalten haben und auf der Intensivstation sind oder unter Langzeiteffekten leiden, obwohl sie einen milden Krankheitsverlauf hatten.

Für den Fall, dass frühere Erfolge durch die neue Strategie zunichte gemacht werden, haben Merkel und die Ministerpräsidenten eine Notbremse eingebaut: Alles beginnt von vorne, eine neue Sperre. Das würde die Menschen völlig demoralisieren.

Diesmal hat Merkel es nicht geschafft

Merkel hat sich so oft mit dem Appell durchgesetzt, dass man nur noch ein paar Wochen durchhalten muss. Die Schnelltests sollen im April ausreichend verfügbar sein, und dann ist die Impfrate höher. Die wärmere Jahreszeit würde auch dazu beitragen, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Noch ein paar Wochen. Diesmal hat Merkel es nicht geschafft.

Dies führt zu einer Lockerung ohne Sicherheitsgefühl. Die Hoffnung bleibt, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung einfach so weitermacht wie bisher: alles Mögliche tun, um Corona nicht zu bekommen.

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