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Durch sie wird die dunkle Seite von Dubai klar

Dubai. Exklusive Strandclubs, luxuriöse Einkaufszentren und eine Skyline von Wolkenkratzern – Dubai präsentiert sich gerne als moderne und weltoffene Stadt. In der vergangenen Woche haben jedoch neue Berichte über die entführte Prinzessin Latifa, die Tochter des Emir von Dubai, das goldene Bild der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zerkratzt. Und sie haben dem Fall der jungen Frau, die versuchte, in einem spektakulären Fluchtversuch aus ihrem glitzernden Käfig zu entkommen, neue Dringlichkeit verliehen.

Der britische Sender BBC zeigte ein bisher unveröffentlichtes Video der vermissten Frau. „Ich bin eine Geisel, und diese Villa wurde in ein Gefängnis umgewandelt“, sagt die Tochter von Mohammed bin Raschid al-Maktum, der auch als Premierminister der Emirate fungiert. Das UN-Menschenrechtsbüro forderte daraufhin von der Frau ein Lebenszeichen. Latifa wird von ihrer Familie und ihrem medizinischen Personal zu Hause betreut, sagte die regierende Familie. Sie lieferte jedoch keine Videos oder Fotos als Beweis dafür, dass Latifa lebt.

Latifa macht die Kehrseite der Emirate deutlich

Der inzwischen 35-Jährige ist wahrscheinlich das bekannteste Beispiel für die Kehrseite der Emirate. Ein Londoner Gericht hatte ihren Vater für die Entführungen von Latifa und ihrer älteren Schwester Shamsa und die Einschüchterung einer seiner Frauen im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. In einem Fall fand das Gericht sogar Folter. Shamsa sollte auch noch gehalten werden.

„Dubai hat diese glitzernde, moderne Fassade, aber das Zivilstandsrecht ist immer noch stark von der traditionellen islamischen Rechtsprechung beeinflusst“, sagt Eckart Woertz, Direktor des Giga-Instituts für Nahoststudien in Hamburg der deutschen Presseagentur. Die sozialen Rollen, Rechte und Pflichten von Männern und Frauen unterscheiden sich erheblich – wenn auch nicht so extrem wie im benachbarten Saudi-Arabien vor einigen Jahren. Bis vor kurzem durften Frauen ohne die Erlaubnis eines männlichen Vormunds nicht alleine dorthin fahren oder das Land verlassen.

Jeder, der auf Twitter seine Solidarität mit Latifa zum Ausdruck bringt, kann mit einer Gefängnisstrafe rechnen

Es ist ungewöhnlich, dass Frauen in den VAE ein unabhängiges Leben außerhalb des Landes führen, wie Latifa es offenbar wollte, sagt Woertz. Und das, obwohl sie im Berufsleben präsent sind und oft besser ausgebildet sind als Männer. Der Druck zu heiraten ist groß, unverheiratete Frauen über 25 entsprechen nicht den üblichen Rollenerwartungen. Die Ehre der Familie hängt auch vom Verhalten der Frauen ab.

Laut dem Wissenschaftler sind Familien ein sehr begrenztes Gebiet für die emiratische Bevölkerung. „Die allgemeine Einstellung ist: Man mischt sich nicht ein – besonders nicht mit einem Scheich.“ Im Falle der Prinzessin wäre beispielsweise auch eine offene Diskussion über soziale Medien gefährlich. „Jeder weiß, dass er vor einer Gefängnisstrafe stehen könnte, wenn er jetzt Solidaritätsbotschaften auf Twitter verschickt.“

Influencer aus dem Ausland sollten nur positiv über die Emirate berichten

„Die Behörden der VAE haben die Politik, jede Form von Dissens oder Kritik systematisch zu unterdrücken“, sagte Lynn Maalouf, stellvertretende Direktorin von Amnesty International für den Nahen Osten und Nordafrika. Aktivisten, Richter und Journalisten werden willkürlich festgenommen, misshandelt und gefoltert. „Der Fall von Sheikha Latifa ist einfach das öffentlichste Beispiel für dieses alarmierend bedrückende Klima.“

Es ist drei Jahre her, seit die Prinzessin versucht hat, aus Dubai zu fliehen. Sie versuchte, das Land mit einem Schlauchboot und einer Yacht zu verlassen, bis sie schließlich von einer Spezialeinheit vor der indischen Küste angehalten und nach Angaben von Anhängern von Latifas gewaltsam zurückgebracht wurde. Seitdem hat Latifa in Videos berichtet, wie sie ohne frische Luft, Zugang zur Außenwelt oder medizinische Versorgung festgehalten und bedroht wurde.

Trotzdem tut das Land viel, um seinen Ruf zu verbessern: Latifas Vater treibt das Raumfahrtprogramm mit hoher Geschwindigkeit voran. Das erste Raumschiff aus den Emiraten – und damit das erste aus einem arabischen Land – erreichte kürzlich den Mars. Bei der Pflege ihres Images erhalten die VAE nun auch Hilfe aus Deutschland. Immer mehr Influencer fühlen sich vom extrem reichen Golfstaat angezogen, insbesondere von Dubai, wie Jan Böhmermann kürzlich im „ZDF Magazin Royale“ berichtete. Dort müssten sie eine staatliche Lizenz beantragen, wonach sie verpflichtet sind, nur positiv über das Land zu berichten.

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