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Angriff in Hanau: Oberbürgermeister fordert vollständige Klärung

Hanau. Der Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky, hat die vollständige Untersuchung des rassistischen Terroranschlags am 19. Februar 2020 in der südhessischen Stadt gefordert. Die Angehörigen der neun Mordopfer sind immer noch schwer traumatisiert, sagte Kaminsky in einem Interview mit der Nachrichtenagentur epd. Aber sie wären sicherlich besser dran, wenn sie den Eindruck hätten, dass der Staat alles unternimmt, um Transparenz zu gewährleisten. Dies schließt auch das Eingestehen von Fehlern ein.

Aufgrund des kürzlich bekannt gewordenen Missgeschicks der Polizei erneuerte der 61-jährige SPD-Politiker seinen Rücktritt gegenüber dem hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU). Vor allem kritisierte er, dass Beuth den Prozess nicht selbst offengelegt habe. Medienberichten zufolge war die Notrufnummer der Polizei in Hanau am Abend des Angriffs nur von einem Beamten unterbesetzt, so dass nicht alle Anrufe von Zeugen beantwortet werden konnten. Eines der späteren Opfer des Attentäters kam auch nicht telefonisch durch.

Die Verwandten waren auch sehr besorgt über den Vater des Mörders, fügte Kaminsky hinzu. Sie befürchteten, dass er eine Bedrohung darstellen würde, weil er die rassistische Ideologie seines Sohnes teilte und forderte, dass die Polizei seine Waffen zurückgibt. Die Zustimmung, dass der Sohn ein Opfer war, tat ihr zutiefst weh.

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Hanau – Im Gespräch mit Verwandten

Zwei Verwandte der Hanau-Opfer teilen ihre Gedanken und Wünsche für die Politik. © RND

Oberbürgermeister trifft sich mit Hinterbliebenen

Der Bürgermeister, der seit 2003 im Amt ist, betonte, dass er sich seinen Verwandten verpflichtet fühle. Er trifft sich mindestens einmal im Monat mit rund 25 Überlebenden, zuletzt per Videokonferenz wegen Korona. Diejenigen, die nicht mehr in Hanau leben, sind auch da. Es geht um die Aufarbeitung der Verbrechen, finanzielle Unterstützung, die Gestaltung des geplanten Denkmals oder das Gedenken an das Jubiläum im Kongresspark. Die nahen Verwandten der Ermordeten würden natürlich im Mittelpunkt stehen.

Es ist geplant, einen Verwandten sowie andere Videoclips mit Beiträgen aller Familienangehörigen der Opfer anzusprechen. Es gibt nur wenige Staatsvertreter. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) werden erwartet.

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Ein Jahr nach Hanau: „Man kann nicht einfach einsperren.“

Am 19. Februar 2020 erschoss ein Mann neun Menschen aus „zutiefst rassistischen Gefühlen“. Für die Schwester eines Opfers steht die Bearbeitung noch aus. © Reuters

Laut Kaminsky arbeiten die Stadt Hanau und ihr Opferkommissar Andreas Jäger gut mit den lokalen Gruppen „Initiative 19. Februar Hanau“ und „Institut für Demokratie und Toleranz“ zusammen. Auch wenn sie unterschiedliche Prioritäten setzen, sei er „dankbar für jeden, der sich für Zusammenhalt und demokratisches Zusammenleben in der Stadt einsetzt“.

Die Stadt arbeitet auch gut mit dem Staat und der Bundesregierung zusammen, auch wenn es um die Gewährung von Finanzhilfen geht. Die Stadt gab in vielen Fällen unbürokratische Unterstützung. Kaminsky begrüßte die Tatsache, dass der Staat einen Hilfsfonds für die Hanau-Verwandten einrichten wollte, kritisierte jedoch, dass er nur mit zwei Millionen Euro ausgestattet sei und dass auch andere Opfer von Straftaten berücksichtigt werden sollten.

Der Bürgermeister nannte den Angriff am 19. Februar das „schlimmste Ereignis in der Geschichte der Stadt seit dem Bombenanschlag am 19. März 1945“. Für sein Eintreten für die Opfer und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hat er in den letzten Monaten zahlreiche Drohungen und Misshandlungen erhalten, insbesondere in den sozialen Medien. Er reagiert jetzt auf kriminelle Inhalte mit Werbung. „Ich werde nichts mehr ertragen“, sagte er.

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