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Wann sind eigentlich die Kinder und Jugendlichen an der Reihe?

Während bereits über 80-Jährige geimpft werden und laut Bundesgesundheitsministerium ein großer Teil der Bevölkerung bis Ende September dieses Jahres auf ein Impfangebot zählen kann, ist eine in Deutschland lebende Gruppe bisher völlig ausgeschlossen der Plan: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Mit anderen Worten, diejenigen, die bald in Gruppen zu Kindertagesstätten und Schulen zurückkehren werden. Für sie wurde noch kein Impfstoff zugelassen. Und das wird wahrscheinlich vorerst so bleiben.

Ob es eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche geben wird, ist laut einem Profil der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Koronaimpfungen auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) „noch nicht absehbar“. „Studien dazu sind jedoch geplant und haben bereits in kleinem Maßstab begonnen.“ Sollte es in Zukunft jemals einen Impfstoff für Kinder geben, müssen die Regulierungsbehörden sicherstellen, dass dieser wirksam ist und ein sehr gutes Sicherheitsprofil aufweist. Ein solcher potenzieller Impfstoff würde dann von Stiko in Deutschland bewertet – wie dies bereits bei Erwachsenen geschehen ist.

Corona-Impfstoffe werden in Studien an Kindern getestet

Derzeit gibt es jedoch keine Impfempfehlung für Kinder, da keine aussagekräftigen Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit für die jüngste Altersgruppe der bisher zugelassenen Impfstoffe vorliegen. Der Grund: Kinder wurden nicht in die Zulassungsstudien einbezogen, die vor der Zulassung durchgeführt wurden. Dies ist grundsätzlich bei neuen Impfstoffen der Fall. Erst wenn die Tests an Erwachsenen gezeigt haben, dass die Impfstoffe sicher und gut verträglich sind, werden die jüngeren für Studien zur Immunantwort in Betracht gezogen.

Und sie laufen bereits mit den in der EU genehmigten Fonds Astrazeneca, Biontech und Moderna. Erst am Freitag gaben Forscher der Universität Oxford in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie den mit dem Hersteller Astrazeneca entwickelten Vektorimpfstoff gegen Covid-19 in einer neuen Phase-II-Studie an Sechs- bis 17-Jährigen testen würden. Bisher wurde es nur für Personen über 18 Jahre zugelassen. 300 Freiwillige aus Großbritannien werden teilnehmen. Bis zu 240 der Probanden erhielten den neuen Impfstoff, der Rest einen Kontrollimpfstoff gegen Meningitis (Meningitis), der sich bei Kindern als sicher erwiesen hat. Die Forscher erwarten ähnliche Impfreaktionen wie bei Erwachsenen – zum Beispiel einen schmerzenden Arm nach der Injektion. Die ersten Impfungen sollen im Februar stattfinden.

Moderna begann im Dezember in den USA, seine Droge an Teenagern zwischen 12 und 17 Jahren zu testen. Die ersten Ergebnisse sollten im Frühjahr vorliegen und direkt an die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gesendet werden. Der Biontech-Impfstoff wurde bisher für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Eine erste Studie mit dem Impfstoff an Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren begann im Oktober. Studien mit noch jüngeren Menschen sollen folgen.

Benötigen Sie geimpfte Kinder für die Herdenimmunität?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes machen Menschen unter 20 Jahren rund 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus. Bisher haben mathematische Modelle angenommen, dass die Übertragung von Sars-CoV-2 nicht aufhören wird, bis diese Pandemie eingedämmt ist, bis etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun sind. Mit anderen Worten: Solange Kinder und Jugendliche nicht geimpft sind, muss der Prozentsatz der Erwachsenen, die zur Impfung bereit sind, höher sein, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen.

Trotz vieler Debatten und offener Forschungsfragen zur Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung der Infektionsdynamik sind sich die Wissenschaftler jetzt einig, dass auch jüngere Menschen Sars-CoV-2 übertragen können. Und selbst wenn es nicht so oft vorkommt wie bei Erwachsenen: Kinder können auch Covid-19 bekommen und haben Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. Insgesamt scheinen Kinder jedoch weniger ansteckend zu sein, stellt der RKI in seinem Profil zum Coronavirus fest. Eine Aussage darüber, welche der Altersgruppen innerhalb der Kinder am ansteckendsten ist, kann nicht zuverlässig gemacht werden. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigten keinen signifikanten Unterschied zu Erwachsenen. „Es ist zu beachten, dass neben der Anfälligkeit für Infektionen auch die Anzahl und Art der Kontakte eine Rolle spielen“, betont die Gesundheitsbehörde.

Christian Drosten: Impfstoffe für Kinder ab Herbst denkbar

Der Virologe Christian Drosten erwartet, dass bei erfolgreichen Studien ab Herbst Impfstoffzulassungen für Kinder erwartet werden können. „Darauf können wir nur hoffen“, sagte der Charité-Wissenschaftler Anfang Februar im NDR-Podcast. „Wenn Kinder geimpft werden sollen, wird es sicherlich wieder eine separate Debatte geben.“ Es ist zu erwarten, dass Kinder ohne Impfstoff – wie auch in anderen Altersgruppen – in großer Zahl infiziert werden. Und Kinder zu impfen, nur um die Erwachsenen zu schützen, ist eine zu einfache Überlegung. „Es gibt viele Kinder, die ein grundlegendes Risiko haben und nicht möchten, dass sie mit diesem Virus infiziert werden“, sagte der Virologe gegenüber dem NDR.

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